Kann der Firmenwagen während des Homeoffice anders abgerechnet werden?

Aufgrund der Corona-Krise müssen viele Arbeitnehmer wegen der Kontaktbeschränkungen vom Homeoffice aus arbeiten.
Arbeitnehmer, die einen betrieblichen Dienstwagen von ihrem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommen haben, profitieren bei Ermittlung des geldwerten Vorteils für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte durch die Fahrtenpause möglicherweise von der 0,002 %-Regelung. |

Gleich vorab ein wichtiger Hinweis: Die 0,002 %-Regelung kommt nur bei Nutzung eines Dienstwagens durch Arbeitnehmer in Betracht, nicht jedoch für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb des Unternehmers.

Darf ein Arbeitnehmer einen betrieblichen Dienstwagen privat und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nutzen, muss er dafür einen geldwerten Vorteil versteuern. Ohne Fahrtenbuch gilt lohnsteuerlich für die Privatnutzung Folgendes:

  • es werden 1 % des inländischen Bruttolistenpreises des Dienstwagens im Zeitpunkt der Erstzulassung pro Monat als geldwerter Vorteil erfasst.
  • für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte muss der Arbeitnehmer 0,03 % des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung multipliziert mit der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte versteuern.

Einzelbesteuerung:
Ausnahmsweise kann der geldwerte Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte auch anhand der sogenannten 0,002 %-Regelung ermittelt werden. Diese deutlich günstigere Ermittlungsmethode greift, sobald der Arbeitnehmer nachweisen kann, dass er seinen Dienstwagen an höchstens 180 Tagen für solche Fahrten genutzt hat.
Die 0,002 %-Regelung dürfte für viele Arbeitnehmer in Betracht kommen, bei denen wegen der Corona-Krise für mehrere Monate das Arbeiten im Homeoffice vom Arbeitgeber angeordnet wurde. Da die Arbeitgeber bei Ermittlung des monatlichen geldwerten Vorteils seit Januar in der Regel die 0,03 %-Regelung anwenden, wird für 2020 ein zu hoher geldwerter Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte versteuert.
Doch Arbeitnehmer können sich diese zu viel bezahlte Steuer vom Finanzamt zurückholen.

Wichtig: Nachweise zur 0,002 %-Regelung sammeln

Quelle: IWW vom 10.06.2020

18.06.2020 Daniela Ossendorf, Steuerberaterin