Das Jahr 2021 bietet für Existenzgründer im Steuerrecht interessante Neuerungen

Elektronische Übermittlungspflicht des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung

Wenn Sie erstmals eine gewerbliche, selbstständige (freiberufliche) oder eine land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit im Rahmen eines Einzelunternehmens aufnehmen oder eine Personen- oder Kapitalgesellschaft bzw. Genossenschaft gründen, müssen Sie das dem Finanzamt in einem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung nach § 138 Abs. 1b AO mitteilen (BMF 4.12.20, IV A 5 - O 1561/19/10003:001) mitteilen.

  • Der Gründerfragebogen muss in elektronischer Form an das Finanzamt (FA) übermittelt werden. Er wird im Online-Finanzamt „Mein ELSTER“ (www.elster.de) zur Verfügung gestellt.
  • Diese Verpflichtung zur Mitteilung gilt für Existenzgründer seit 01.01.2021.
  • Nur wenn ein Härtefall vorliegt, lässt das FA es zu, dass der Gründerfragebogen nicht in elektronischer Form, sondern in Papierform an das FA übermittelt wird (§ 138 Abs. 1b S. 3 AO).

 

Wegfall der Verpflichtung zur monatlichen Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen

  • Seit 2002 sind Existenzgründer dazu verdonnert, monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt zu übermitteln – und das im Jahr der Neugründung und im Folgejahr.
  • Diese Verpflichtung nach § 18 Abs. 2 S. 4 UStG gilt in den Jahren 2021 bis 2026 nicht mehr.
  • Ob ein Existenzgründer monatlich oder quartalsweise Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das FA übermitteln muss, richtet sich nach der (voraussichtlichen) Zahllast im Sinne von § 18 Abs. 2 S. 1 und 1 UStG.

 

Bei Neugründungen gilt für die Abgabeverpflichtung Folgendes
(siehe BMF 16.12.20, III C 3 - S 7346/20/10001:002):

  • Neugründung in 2021:
    Im Jahr der Gründung ist die voraussichtliche Steuerzahllast zu schätzen. Beträgt die Zahllast voraussichtlich mehr als 7.500 EUR, sind monatlich Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt zu übermitteln, anderenfalls gilt die Quartalsabgabe.
    Selbst wenn die Zahllast voraussichtlich unter 1.000 EUR liegen wird, ist die Befreiung von der Pflicht zur Übermittlung von Umsatzsteuer-Voranmeldungen nicht möglich.
  • Neugründung in 2020:
    Bei Neugründung im Jahr 2020 wurde der Gründer vom Finanzamt für die Jahre 2020 und 2021 zur monatlichen Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen verpflichtet.
    Die Verpflichtung für 2021 fällt durch die Neuregelung weg. Maßgeblich für den Abgabezeitraum 2021 ist die Zahllast in 2020.     

Quelle: IWW-Institut, Würzburg

Bei Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne mit Auskünften zur Verfügung.

17.03.2021 Renate Pingel, Steuerberaterin