Steuerliche Behandlung von möglichen Lohnersatzleistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Durch die Verbreitung des Coronavirus werden die Menschen an ihrer Arbeit gehindert. Daraus können sich Lohnersatzleistungen für die Arbeitnehmer ergeben. 

Kurzarbeit
Zum einen kann Kurzarbeit im Arbeitsverhältnis eingeführt werden. Dabei wird die Arbeitszeit reduziert oder komplett heruntergefahren, gleichzeitig kommt es zum Verdienstausfall der Arbeitnehmer. In diesem Fall können die Arbeitnehmer eine Entgeltersatzleistung - das Kurzarbeitergeld – beanspruchen. Allerdings müssen für den Anspruch auf Kurzarbeitergeld i.H.v. 60 % bzw. 67 % des ausgefallenen Nettoentgelts bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Das „Arbeit-von-Morgen-Gesetz“ reduziert die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld, welches gem. § 3 Nr. 2a EStG steuerfrei ist, und erweitert die Leistungen.

Beschäftigungsverbot
Zum anderen kann es zum Beschäftigungsverbot kommen, wenn ein Arbeitnehmer als Coronavirus-Verdachts- Fall eingestuft wird. In dieser Zeit hat der Betroffene Anspruch auf Verdienstausfallentschädigung, die gem. § 3 Nr. 25 EStG steuerfrei bleiben.

Progressionsvorbehalt
Beide Lohnersatzleistungen müssen in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung unter Nr. 15 ausgewiesen sein. Diese sind steuerfrei, unterliegen jedoch dem Progressionsvorbehalt. Die steuerfreien Einkünfte erhöhen dabei den Steuersatz, was zu einer höheren Steuerlast führen kann.

19.03.2020 Olga Leusing, Steuerberaterin