Dauerthema – 10-Tageszeitraum und Umsatzsteuervoranmeldungen – Ansatz in der Einnahmenüberschussrechnung

Die regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben – hier: Umsatzsteuer-Voranmeldung - müssen innerhalb des 10-Tageszeitraums vor bzw. nach dem Kalenderjahrwechsel bezahlt werden, um nach der wirtschaftlichen Zuordnung dem Vorjahr zugeordnet zu werden (BFH vom 27.06.2018, X R 44/16, BStBl. II 2018, 781;).

Werden die Umsatzsteuervoranmeldung November 2020 mit Dauerfristverlängerung oder die Umsatzsteuervoranmeldung Dezember 2020 ohne Dauerfristverlängerung innerhalb des 10-Tageszeitraums beim zuständigen Finanzamt angemeldet und tatsächlich bezahlt, so gehört diese Betriebsausgabe in die Einnahmenüberschussrechnung 2020 oder diese Werbungskosten in die Ermittlung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung 2020. Ansonsten wir die Betriebsausgabe bzw. werden die Werbungskosten in das Jahr 2021 „verschoben“.

Anwendungsfälle:

♦ Umsatzsteuervoranmeldung November 2020 mit Dauerfristverlängerung und

♦ Umsatzsteuervoranmeldung Dezember 2020 ohne Dauerfristverlängerung.

  • Fälligkeitsfrist:
    Sonntag 10.01.2021, gemäß Regelung zu Samstag/Sonntag und Feiertag: → Fälligkeit am Montag, den 11.01.2021
  • Abgabefrist:
    Sonntag 10.01.2021 gemäß Regelung zu Samstag/Sonntag und Feiertag: → Abgabefrist am Montag, den 11.01.2021
  • Abflussprinzip:
    Sonntag 10.01.2021 (Regelung zu Samstag/Sonntag und Feiertag findet keine Anwendung)

Zu unterscheiden:

  • Abgabe und Zahlung vor dem 11.01.2021 → individuelle Übermittlung der Voranmeldung mit Überweisung → regelmäßig wiederkehrende Ausgabe innerhalb des 10-Tages-Zeitraums → Ansatz der Ausgabe in 2020
  • Abgabe und Zahlung am 11.01.2021 → Sammelübermittlung der Voranmeldung mit Lastschrifteinzug → regelmäßig wiederkehrende Ausgabe außerhalb des 10-Tages-Zeitraums → Ansatz der Ausgabe in 2021

Derzeit gibt es keine Corona-Sonderregelung wegen evtl. Liquiditätsengpässen.

Bisher ungeklärt ist folgende Fallgestaltung: Die Umsatzsteuervoranmeldung ist vor dem 10.01.2021 gezahlt, aber die gesetzliche Fälligkeit ist erst am 10.02.2021 → das Finanzamt rechnet die Betriebsausgabe bzw. die Werbungskosten dem Jahr 2021 zu.

(Quelle: zeitstärken.de/newsletter vom 4.2.2021)

09.02.2021 Daniela Ossendorf, Steuerberaterin